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Hoster zahlt bei zerstörter Webseite

von Jan / 16. August 2014

Hoster zahlt bei zerstörter WebseiteAm 25. Juli wurde im Landgericht Duisburg entschieden das ein Hoster Schadensersatz für die zerstörte Seite eines Kunden bezahlen muss. Speziell ging es in diesem Fall darum, dass eine Festplatte des Hosters kaputt gegangen ist, keine Backups erstellt wurden und die Seite der Kundin zerstört wurde. Nach § 280 Abs. 1 S. 1, § 241 Abs. 1 BGB ist ein
Hoster dazu verpflichtet regelmäßige Backups zu erstellen

Dies könnte natürlich auch für den Paid4- Bereich recht interessant sein da dort ja öfter mal vom ein oder anderen Hoster die Festplatten defekt gehen und manche Seite gar komplett verschwinden.


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3 Kommentare
Tobias - 18. August 2014

Hallo Marc,

Der Beitrag ist leider sehr irreführend geschrieben und entspricht so nicht der Wahrheit.
Mit deiner Darlegung hast du in dem „konkreten“ Fall zwar Recht, dass das Gericht in DIESEM Falle den Beklagten Hostingleistungsanbieter „schuldig“ gesprochen hat.

Dies ist aber generell KEIN Grundsatzurteil. Auch ist es stand jetzt noch nicht gültig und man kann davon ausgehen, dass der Anbieter in Revision gehen wird.
Auch gab es offenbar kein Vertragswerk, was die Haftung und Sicherungspflicht geregelt hat.
Du kannst davon ausgehen, dass sich große Webhoster gegen dieses Urteil massiv wehren würden, wenn dies „Grundsatz“ wäre. Stell dir einfach mal vor, ein Massenhoster wie Hetzner müsste seine ganzen Rechenzentren sichern. Da stehen 50.000 Server und mehr!

Grundsätzlich sollte man das Thema Sicherung besser beleuchten – und zwar von beiden Seiten:
1) Sicht des Kunden
Der Kunde wird in den meisten Geschäftsbedingungen von Hostern verpflichtet, selbst für die Sicherungen verantwortlich zu sein. Dadurch ist das Thema Haftung schon vorab geklärt:
Der Webhoster ist nicht verpflichtet, Sicherungen zu machen und diese dem Kunden zu Verfügung zu stellen – auch nicht kostenpflichtig.
Dies bedeutet, dass wenn ein Kunde nun seine Website „zerschiesst“ oder „löscht“, kann er sich nicht auf eine Sicherungspflicht beim Hoster berufen.

2) Sicht des Webhosting-Dienstleister
Es gibt viele Webhosting-Anbieter auf der Welt – und vor allem in Deutschland. Oft sind es sogenannte Wohnzimmer-Hoster, die einen Server mieten und dann als Reseller weitervermieten.
Diese zähle ich mal zu den schwarzen Schafen.
Jeder seriöse, ordentliche Webhoster fährt bei seinen Servern ein Datensicherungskonzept, um im Falle von Defekten oder grober Fahrlässigkeit „handeln“ zu können.
Sollte also nun ein Hardwaredefekt, fehlerhaftes Raid-System oder ähnliches zu Tragen kommen, ist es -eigentlich- die Sache des Webhosting Dienstleisters, dies wieder „in Ordnung“ zu bringen.

Zu guter Letzt sollte also gesagt werden: Informiert euch bei der Wahl des Webhosters über deren Sicherungskompetenz und lasst euch nicht durch billigste Preise verleiten, auf Datensicherheit nicht zu achten.

Und: Es hat noch nie geschadet, ein paar Backups auf seinem heimischen PC / ext. HDD zu haben.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zu Verfügung!

Viele Grüße,
Tobias

Antworten
    unkown89 - 19. August 2014

    Danke für die ausführliche Erklärung Tobi!

    Antworten
    Nico S. - 12. September 2014

    Tobias ich muss sagen ein echt toller Kommentar, ich sehe dies ähnlich wie du. In den Urteil soll der Hoster verpflichtet sein, ein Backup anzufertigen. Was ist wenn ein Hoster dies generell ausschließt und seinen Kunden die Backup Funktion nur gegen Entgelt anbietet?

    Dann würde dieses Urteil auch in keinster Hinsicht Bestand haben. Wenn generell vertraglich von Anfang an geklärt ist, dass der Hoster keine Backup macht, ist dieses Urteil auch hinfällig. Man kann ja zum Beispiel die Kunden eine Backup Funktion zur Verfügung stellen, wo er manuell ein Backup generieren kann. Möchte nun der Kunde das Backup auf einen externen Server gespiegelt haben, muss er mehr bezahlen. Wenn man nun ein Soft oder Hardware RAID-System einsetzt ist es fraglich ob dadurch eine Fahrlässigkeit entsteht. Wenn man nachweisen kann dass dies regelmäßig gewartet wurde…

    Genauso ist die Frage, was ist wenn der Hoster ein Backup zur Verfügung stellt, welches ein Jahr oder älter ist? In diesem Fall hätte der Hoster das Backup gemacht und wäre der gerichtlichen Anordnung mit der Nebenverpflichtung nachgekommen. Den Kunden ist aber dadurch auch nicht geholfen.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich dies in Zukunft entwickelt und was bei einer eventuellen Revision rauskommt.

    Antworten
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